Seminar zum Thema Arbeit 4.0

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Die Stiftung Europahaus Marienberg veranstaltete vom 17. bis 20. Oktober im Rahmen ihres Programms EUROPÄISCHE JUGENDBILDUNG „THINK EUROPE“ ein Seminar zum Thema „Arbeit 4.0 – Menschmaschinen, Big Data, Digitalisierung. Die Konsequenzen des Wandels für Politik und Gesellschaft.“ bei dem ich die Gelegenheit hatte, als Vortragender aufzutreten. Ich kannte den Veranstalter bisher nicht und war entsprechend neugierig. Den ersten Tag verpasste ich, hier wurde bereits über die Entwicklung der Arbeit im Zeitverlauf berichtet, um dann genauer in die „Arbeit 4.0 (Arbeit 4.0 und die Menschmaschinen)“ einzusteigen. Der zweite Tag begann mit meinem Vortrag zum BGE. Und damit wurde eigentlich sogleich meine wesentliche Kritik an den Schlachtbegriffen Arbeit 4.0, Industrie 4.0, etc ausgeräumt, denn meiner Meinung nach darf man eben nicht bei einer alleinigen Betrachtung der Arbeit stehen bleiben, sondern muss unmittelbar damit zusammenhängend auch die sozialen Auswirkungen betrachten, ohne sie in einer anderen Domäne abgeschlossen als Soziales 4.0. zu behandeln.

Vor Ort waren knapp 30 Personen (Schüler und Lehrer), die bereits am Vortag verschiedene Rollen über Beruf, sexuelle Orientierung, Alter, Umstände… per Los zugeteilt bekamen, und die in der fiktiven Zukunftsstadt lebten. So saßen mir also eine in Nordkorea geborene Historikerin gegenüber, ein 80-jähriger transsexueller Arbeitsminister, ein 40-jähriger Pfleger, der seinen kranken Bruder zu Hause pflegt, ein Android, etc. In der Überlegung, wie das Zusammenleben und die Gesellschaft insgesamt geregelt werden könne, tauchen natürlich z.B. zum BGE die Fragen auf, die man sich nach der ersten Konfrontation als Schüler stellt, aber genauso dann auch in den jeweiligen Rollen. Für mich war es das erste Mal, in einem solchen Setting vorzutragen, und es entwickelte sich bereits nach der Hälfte der Präsentation ein aktives Nachfragen, Kritisieren, Hinterfragen und Weiterdenken. Neben Fragen zum Konzept und den Kriterien des Bedingungslosen Grundeinkommens, kam es naturgemäß zu den sich anschließenden Fragen der geographischen Reichweite und der Finanzierung. Es war eine engagierte Diskussion vor einem interessierten Publikum, das sich auf die Vision einließ. In der abschließenden Abstimmung entschieden sich 75% der Teilnehmer dafür, und würden es mit einem BGE in ihrer Stadt der Zukunft versuchen, beziehungsweise sich an die Lösung der ausstehenden offenen Fragen machen (wer, wieviel und wie finanziert).

Am Nachmittag stand für die Teilnehmer an, die bisher gehörten Konzepte und Thesen weiter zu diskutieren und sich damit auseinanderzusetzen. Anhand selbstgewählter Schwerpunkte fanden Workshops statt.

An den Folgetagen ging es für die Seminarteilnehmer mit einem Besuch des Weltkulturerbes „Zeche Zollverein“ weiter, gefolgt vom zusammenfassenden Finale am letzten Seminartag, mit Kreativworkshops bzw. der Präsentation der Ergebnisse.

Ich wünschte, dass ich damals in meiner Schulzeit an ähnlichen Seminaren hätte teilnehmen können. Einem Seminar, was zur Durchführung sowohl methodisch als auch technisch die Möglichkeiten zu Präsentation und Einbeziehung der Teilnehmer nutzt, die es heute gibt, und durch die die Teilnehmer deutlich präsenter sind und dann auch für sich mehr mit nach Hause nehmen. Man merkte den Teilnehmern an, dass sie Spaß am Lernen hatten, und Anselm Sellen, der Leiter des Seminars, das er zusammen mit Anna Mauersberger durchführte, hat einen großartigen Job gemacht.

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