SÄA003 und die Milleniumprobleme

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Für den Bundesparteitag in Regensburg wurde ein Antrag eingereicht (SÄA003), bei dem die Wogen unter Piraten aufbranden - es geht um die Einführung eines kleinen Bundesparteitags.

Ohne tiefer ins Detail einsteigen zu wollen: Es geht letzten Endes darum, eine Gruppe von Piraten zu ermächtigen, anstelle aller Piraten bestimmte Entscheidungen zu treffen, wodurch das Ziel “ein Mitglied, eine Stimme” verletzt werden würde. Es scheint wie der Abschied basisdemokratischer Prinzipien, der Weg hin zu einem Delegiertensystem. Bei andere Parteien ist es üblich, den Großteil der Entscheidungen über Delegierte zu treffen. Die PIRATEN hingegen sind angetreten, dieses System in Frage zu stellen und jedem, der sich einbrignen möchte, die gleiche Chance zur Mitbestimmung zu geben.

Ich fühle mich bei diesem Antrag an die Millenium-Probleme erinnert.

Es gibt gewisse Vermutungen, die unbewiesen sind. Das ist für mich vergleichbar mit dem Delegiertensystem der Alteingesessenen. Sie nehmen an, dass dies das beste System sei, auf faire Weise eine Partei zu organisieren. Das können sie, denn bisher wurde kein Gegenbeweis erbracht, der glaubhaft vermitteln kann, wie es anders (besser) ginge. Gleichzeitig gibt es viele Situationen, wo wir PIRATEN keinen Beweis haben erbringen können, dass es ohne ein solches System bzw. mit einem anderen System nachhaltig möglich ist, besser, fairer, demokratischer, etc agieren zu können.

Viele Mathematiker nehmen z.B. an, dass es zwei verschienede Komplexitätsklassen gäbe, P und NP, was allerdings bisher nicht bewiesen werden konnte. Das wird allgemein als das P-NP-Problem bezeichnet. Redlich bemühen sich Mathematiker um einen Beweis, zuletzt vermutete Norbert Blum das Problem gelöst zu haben. Doch auch Norbert Blum musste eingestehen, dass er doch keine Lösung zum P-NP-Problem hatte.

Aber hören deswegen Mathematiker auf, weiter nach einer Lösung zu suchen? Nein, natürlich nicht.

Was hat das mit einem Delegiertensystem zu tun? Nun - auch wenn es in vielen Fällen so scheint, als hätte man unter der Aufgabe der Gleichheit der Mitglieder deutlich bessere Entscheidungen treffen können, als hätte man erfolgreicher als Partei sein können, so heisst das nicht, dass wir in der jetzigen Situation aufhören zu versuchen, das Gegenteil zu beweisen.

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